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Stand: Juni 2018

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Gabun ist eines der wirtschaftlich stärksten Länder in Afrika. Der Reichtum des Landes beruht auf seinen enormen Rohstoffreserven, vor allem an Erdöl, Mangan und Holz. Bekannt sind darüber hinaus über 400 Minerallagerstätten (Gold, Uran, Mangan, Eisen) aber auch seltene Erden (wie Niobium), die teilweise noch nicht erschlossen sind. Eine rückläufige Erdölproduktion und der Preisverfall auf den Rohstoffmärkten wirken sich unmittelbar auf die Staatsfinanzen aus. Die Verschuldung des Landes stieg kontinuierlich von 32,2% des BIP im Jahr 2014 auf 42% im Jahr 2015 und auf 50,1% im Jahr 2016. Für 2017 wird eine Verschuldung von 59% angenommen, nahe der Schuldenoberschwelle von 70% des BIP, wie sie gemäß den Konvergenzkriterien der Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft der zentralafrikanischen Staaten (CEMAC) festgelegt ist.

Gabun ist mit einen BIP/Kopf von  7.210 US-Dollar (Weltbank 2017) das drittreichste Land Afrikas (Platz 83 in der Welt). Der Reichtum ist jedoch ungleich verteilt. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Arbeitslosenrate liegt laut UNDP bei 20,4 Prozent, betroffen sind hier insbesondere die jungen Menschen. Gabuns Wirtschaft ist privatwirtschaftlich ausgerichtet. Die Privatisierung staatlicher Betriebe wurde 1995 eingeleitet. Die regionale Wirtschaftsorganisation CEMAC gibt den FCFA heraus, der mit einem festen Wechselkurs von 1:656,957 an den Euro gebunden ist.

Der 2016 wieder gewählte gabunische Präsident Ali Bongo Ondimba hat die Modernisierung Gabuns eingeleitet, nach seiner Vision soll das Land bis 2025 zu einem Schwellenland entwickelt werden. Das politische Programm, der "Plan Stratégique Gabon Émergent" beruht auf vier Säulen: "Gabon Industrielle", "Gabon Vert", "Gabon des Services" und "Gabon Bleu". Ziel der Strategie ist es, unter anderem eine verarbeitende Industrie aufzubauen, die Infrastruktur zu entwickeln, den Staat effektiver zu machen und Korruption zu bekämpfen. Die Wirtschaft soll durch internationale Partnerschaften diversifiziert werden. Diese Entwicklung soll nachhaltig erfolgen. Der Schutz von Umwelt und Klima zählt zu den gabunischen Prioritäten. Rückläufige Erdölpreise auf dem Weltmarkt und somit geringere Staatseinnahmen haben die Realisierung dieser Vision allerdings etwas gebremst.

Die reichlich vorhandenen Rohstoffe sollen nicht nur exportiert, sondern zumindest in der ersten Verarbeitungsstufe im Land veredelt werden. Die Exporte von Rohholz wurden im Mai 2010 gestoppt und mit dem Bau einer Sonderwirtschaftszone für die Ansiedlung einer entsprechenden verarbeitenden Industrie in der Nähe von Libreville begonnen. Zur Umsetzung dieses Programms ist Gabun auf ausländische Investitionen angewiesen. Dazu öffnet sich Gabun politisch und wirtschaftlich – ohne die privilegierten Beziehungen zu Frankreich in Frage stellen zu wollen. In den letzten Jahren sind steigende Investitionen aus China, Indien, Südkorea, den USA, zunehmend auch aus Marokko und der Türkei zu verzeichnen. Die wichtigsten Handelspartner sind die EU, Australien, USA, Malaysia, China und Japan. Das Interesse Gabuns an einer breiteren Zusammenarbeit mit Deutschland im Wirtschaftsbereich und an mehr deutschen Investitionen ist ungebrochen, erfährt bislang aber nur begrenzten Widerhall in der Wirtschaft. Die Außenhandelsbilanz Deutschlands mit Gabun beträgt 22,43 Millionen Euro.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Gabun ist eines der rohstoffreichsten Länder in Afrika, vor allem hinsichtlich Erdöl, Mangan und Holz. Die gabunische Wirtschaft wird entsprechend vom Rohstoffsektor geprägt, um den sich eine bisher nur gering entwickelte verarbeitende Industrie gruppiert. Beispiele sind unter anderem die Erdölraffinerie in Port Gentil, eine Zementproduktion, Betriebe der Holzverarbeitung und der Lebensmittelindustrie. Für die verarbeitende Industrie sind zwei Sonderwirtschaftszonen mit weitgehenden steuerlichen Privilegien im Aufbau – in Nkok bei Libreville und eine weitere in der Nähe von Port Gentil. Der Bereich Dienstleistungen (unter anderem Banken, Transport) ist bisher ebenfalls auf den Rohstoffsektor konzentriert. Er trägt mit 30 Prozent zum BIP bei.

Erdöl:

Gabun verfügt noch über Erdölreserven in Höhe von 3,2 Milliarden Barrel und ist damit der sechstgrößte Erdölförderer in Subsahara-Afrika. Die Erdölproduktion trägt etwa 50 Prozent zum BIP und den Staatseinnahmen bei. Der Anteil am Export beträgt 80 Prozent. Derzeit werden neue Ölfelder im Tiefseebereich erschlossen. Erdöl wird sowohl off-shore, als auch auf dem Festland gefördert (über die Hälfte von den Firmen 'Shell' und 'Total').

Holz:

Mit seiner riesigen Fläche größtenteils unberührten tropischen Regenwaldes, der sich über 85 Prozent des Landes (etwa 210.000 qkm) erstreckt, ist Gabun ein bedeutender Produzent und Exporteur von Holz, insbesondere von tropischen Edelhölzern. Gabun ist Weltmarktführer bei der Tropenholzsorte Okoumé, das vor allem nach Asien und Europa exportiert wird. Dabei setzt Gabun auf eine nachhaltige Forstwirtschaft und eine Steigerung des ersten Schrittes der Holzverarbeitung im Land.

Umweltpolitik

Der Schutz der Umwelt und eine nachhaltige Entwicklung des Landes nehmen in der Politik des Staatspräsidenten Ali Bongo einen wichtigen Platz ein. Das Land war einer der 31 Vertragsstaaten und eines von wenigen afrikanischen Ländern, die einen nationalen Beitrag zum Pariser Klimaschutzabkommen im November 2015 vorgelegt haben. Auf der ersten Uno-Konferenz zum  Schutz der Ozeane 2017 kündigte Gabun die Schaffung von Afrikas größtem Meeresschutzgebiet an, um auch die vor der Küste Gabuns heimischen, bedrohten Meerestiere zu schützen. Im Juni 2017 übernahm Gabun in Libreville auf der 16. Konferenz der Umweltminister Afrikas den Vorsitz. Der größte Teil des Landes (85 Prozent) ist von unberührtem tropischem Regenwald bedeckt und von einer großen Artenvielfalt gekennzeichnet. Die Nationale Gesetzgebung verlangt eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes. In den 2000er Jahren wurden 13 Nationalparks eingerichtet. Damit wurde 11 Prozent des Staatsgebietes unter Schutz gestellt. Beim Aufbau einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung hatte Deutschland lange Zeit im Rahmen der technischen Zusammenarbeit durch die Betreuung der Nationalen Forstschule geholfen. Über regionale EU-Förderprojekte mit deutscher Beteiligung, die auch in Gabun zum Tragen kommen, bleibt Deutschland dem Thema weiterhin verbunden.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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