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Stand: Juni 2018

Grundlinien der Kulturpolitik

Kultur und Bildung in Gabun werden maßgeblich von Frankreich beeinflusst, das 1994 ein großzügiges Kulturzentrum in Betrieb genommen hat. Das Institut Français ist Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Libreville und Veranstaltungsort für gabunische und ausländische Kulturveranstaltungen. Im Sommer 2012 hat sich Präsident Bongo für die Einführung der "Zweisprachigkeit" und eine stärkere Förderung der englischen Sprache ausgesprochen. Das hat für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Praktische Auswirkungen auf das kulturelle Leben in Gabun sind allerdings bisher nicht zu beobachten. Vierte Fremdsprache in Gabun ist - wenn auch mit Abstand - Deutsch, das landesweit von 5.000 Schülern erlernt wird. An der Universität Omar Bongo in Libreville wurde 2009 eine Deutsche Abteilung eingerichtet, die heute über 100 eingeschriebene Studenten zählt.

Bildungssystem

Das Schulwesen ist französischorientiert, die Abschlüsse werden in Frankreich und damit in der Regel auch in Deutschland ohne zusätzliche Prüfung anerkannt. Unterrichtssprache ist Französisch, Englisch ist erste Fremdsprache. Deutsch und Spanisch werden als zweite Fremdsprache angeboten. An 28 Schulen sind rund 5.000 Schüler für den Deutschunterricht eingeschrieben. Zwei Schulen in Libreville haben sich der von Deutschland unterstützten Partnerschulinitiative (PASCH) angeschlossen.

Die Alphabetisierungsrate bei Erwachsenen liegt nach Angaben von UNDP bei 83 Prozent, die Schulbesuchsquote beträgt etwa 94,7 Prozent.

Hochschulen und Forschungseinrichtungen

In Gabun existieren drei Universitäten - die juristisch, wirtschafts- und geisteswissenschaftlich ausgerichtete Universität Omar Bongo in Libreville, die Universität für Medizin und medizinische Fächer (Université des Sciences de la Santé) in Owendo und die naturwissenschaftlich-technische Fächer lehrende Université des Sciences et Techniques de Masuku in Franceville. Daneben gibt es unter anderem pädagogische Hochschulen (École Normale Supérieure) und eine Verwaltungshochschule (ENA).

Das gabunische Bildungssystem ist unterfinanziert und qualitativ rückläufig. Die Universitäten sind nicht mehr in der Lage, die wachsende Zahl der Studenten aufzunehmen. Infolge dessen streben immer mehr Studenten ins Ausland, vor allem nach Frankreich. Die gabunische Politik versucht gegenzusteuern. Im Jahre 2007 wurde ein "Conseil National de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche" (CNES) gegründet, im Mai 2010 hat der Präsident die "Etats Généraux de l'Education, de la Recherche et de la Formation" einberufen. Drei neue Regionaluniversitäten in Port-Gentil, Mouila und Oyem sind im Aufbau. Die afrikanische Entwicklungsbank fördert seit 2010 die Entwicklung des gabunischen Hochschulwesens. Diese Arbeit ist in die Zukunft gerichtet. Erfolg wird sich nur langfristig einstellen.

Für ein Studium in Deutschland besteht eine Sprachhürde. Bis 2008 haben rund 200 Gabuner und Gabunerinnen mit einem gabunischen Regierungsstipendium in Deutschland studiert. Die Rückkehrer haben 2004 einen Verein der ehemaligen Stipendiaten gegründet und bemühen sich, die Alumni zu organisieren.

Das 1974 von Gabun und Frankreich (ELF) gemeinsam gegründete Centre International de Recherches Médicales de Franceville (CIRMF) führt, auch in Zusammenarbeit mit deutschen Hochschulen (Institut für Virologie und Immunologie Marburg, Universität Tübingen, Universität Bonn), medizinische Grundlagenforschung durch. Forschungsschwerpunkte sind: Ebola, Malaria, HIV, Sterilität und Kindersterblichkeit. Die Universität Tübingen arbeitet eng mit dem Forschungslabor des Albert-Schweitzer-Krankenhauses zusammen. Der Neubau des Forschungslabors wurde auch mit Geldern aus Deutschland finanziert.

Auf Initiative des Altpräsidenten Omar Bongo wurde 1983 in Libreville das Internationale Zentrum der Bantu-Zivilisation (CICIBA) gegründet. Mit beschränkten Mitteln bemüht sich das CICIBA, unterstützt durch verschiedene deutsche Spenden, um Bantu-Forschung und Förderung von Bantu-Künstlern.

Gabun ist in Europa vor allem auch durch das Wirken Albert Schweitzers bekannt, der 1913 nach Lambarene kam und das nach ihm benannte Urwaldhospital gründete, wo er am 04.09.1965 als Neunzigjähriger verstarb. Das Hospital wird durch die Internationale Albert-Schweitzer-Stiftung auch mit deutscher Unterstützung weitergeführt. Daneben steht das ebenfalls in Lambarene angesiedelte Forschungszentrum für Tropenkrankheiten (Centre de Recherches Médicales de Lambaréné – CERMEL), das aus Mitteln des BMBF unterstützt und von Professor Dr. Peter Kremsner vom Tropeninstitut der Uni Tübingen geleitet wird. Das Forschungszentrum widmet sich vor allem der Malariaforschung.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

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